Mit 3 Kindern auf Kreuzfahrt

Während viele Menschen sehnsüchtig dem nächsten Urlaub entgegenfiebern, bin ich jemand, der wirklich gern zuhause ist. Fernweh plagt mich selten. Meinen Mann sogar noch seltener. Nun ist es aber so, dass, wenn man drei Kinder hat, diese auf Dauer nicht glücklich sind mit Urlaub auf Balkonien. Da ändern auch keine regelmäßigen Kurztrips im Heimatland etwas daran. Die Zeit schien gekommen für eine erste große, richtige Reise. Mit der Buchung einer Kreuzfahrt durch die norwegischen Fjorde haben wir unseren bis dato vorbildlichen Carbon Footprint mit einem Mal zunichte gemacht. Aber gut, es sollte ja wirklich etwas Einmaliges sein. Der erste Flug, die erste Großstadt im Ausland, der erste große Hafen. Erinnerungen, die man wohl ein Leben lang nicht mehr vergisst. Geld genug floss dafür zumindest. Aber was tun wir nicht alles für unsere Kinder? Mein Mann und ich jedenfalls ziemlich viel, denn tatsächlich hätten wir wieder dem eigenen Garten samt Pool den Vorzug gegeben. Und ich verrate auch gern weshalb: nirgends, wirklich nirgends fühlen wir uns so wohl, so entspannt, so sicher wie zuhause. Dort, wo wir tun und lassen können wie und was wir wollen und mit wem. Und das ganz umsonst.  

Urlaub hingegen kommt uns immer teuer. Denn wer so wie wir ausreichend Platz benötigt, um sich wohlzufühlen, muss tief in die Tasche greifen. In einem Hotel genauso wie auf einem Kreuzfahrtschiff. Schon seit langer Zeit kommen für uns nur separate Zimmer, mittlerweile auch ohne Verbindungstür, für Eltern und Kinder in Frage. Das liegt einfach daran, dass wir zuhause viel Freiraum haben. Wer in einer kleinen Stadtwohnung lebt, mit den Kindern stets öffentliche Parks und Spielplätze aufsucht und so immer in Gesellschaft ist, kommt mit einer kleinen Kabine, vielleicht sogar ohne Balkon, vermutlich gut zurecht. Wir nicht. Allein bei dem Gedanken daran, dass es Innenkabinen gibt, die als solche nicht einmal über ein Fenster verfügen, und man dort urlauben soll, bekomme ich Beklemmungen. Folglich kamen nur die teureren Verandakabinen in Frage. Die würden bestimmt auch uns Skeptiker überzeugen und ein Tapetenwechsel von zuhause täte generell mal jedem gut. 

Nun, ob uns diese Kreuzfahrt, von der so wahnsinnig viele Menschen schwärmen, quasi bekehrt hat und wir tatsächlich auf den Geschmack gekommen sind, dazu mehr… 

Artikel: Eine Kreuzfahrt, die ist schön – so sagt man 

Eine Kreuzfahrt ist etwas Wunderbares, haben sie gesagt. Keine Sorge, auf so einem großen Schiff merkt ihr gar nicht, dass ihr auf See seid, haben sie gesagt. Das wird bestimmt unvergesslich, haben Sie gesagt. Nun, mit letzterem hatten sie recht. Und wie. 

Schon beim Verlassen des Hafens ins Hamburg kam vom Kapitän die Durchsage, dass es in der Nacht stürmischer werde und möglicherweise Schiffsbewegungen zu spüren sein würden. Tatsächlich lag ich ab kurz nach Mitternacht putzmunter im Bett. Es war, als würde man versuchen auf einem Tagada zu schlafen, dazwischen arges Gerüttle, wie auf einer PowerPlate. An Schlaf war, zumindest für mich, nicht mehr zu denken. Unser Jüngster, 8, dessen Bett sich im 90 Grad Winkel zur Fahrtrichtung in der Nachbarkabine befand, kam in der Nacht zu uns, nachdem sein Kopf von den intensiven Bewegungen ständig gegen das Betthaupt geknallt war. Am nächsten Tag erfuhren wir, dass wir mit 4 – 5 Meter hohen Wellen zu kämpfen hatten, auf Grund derer sogar die Pools geleert werden mussten. Davor war 6 Wochen lang vollkommen ruhige Wetterlage. Welch Glück wir doch hatten dies miterleben zu dürfen. Der erste Seetag war also bei 3 Familienmitgliedern und zahlreichen anderen Passagieren, die durch die Gänge wankten, geprägt von Medikamenten gegen Übelkeit und Kotztüten. Juhu. 

Der erste Landgang in Bergen, entschädigte uns dafür halbwegs – auch, wenn beim Spaziergang durch die Stadt teilweise Katastrophenstimmung herrschte, aber so ist unser Alltag mit 3 (vor)pubertären Kindern: einer spinnt immer. Das Wetter in Bergen hielt, was es verspricht: Regen, Regen, Regen. Also änderten wir unsere Pläne auf den Berg Ulriken zu fahren kurzfristig und entschlossen uns für einen Trip ins Aquarium. Insgesamt ein netter Ausflug mit Kindern, länger als eineinhalb Stunden hielt es uns dort jedoch nicht. Der Eintrittspreis ist, wie so ziemlich alles in Norwegen, recht hoch. Mit Schirmen ausgerüstet, machten wir anschließend noch einen größeren Spaziergang durch das schöne Städtchen. 

Auch für Flåm hatten wir uns vorab ein Programm überlegt und fleißig recherchiert. Eine Fahrt mit der Flåmbahn kam nicht in Frage, da alle Online Tickets für unser Zeitfenster bereits Monate davor ausverkauft waren. Wir vermuten, dass hier die Kreuzfahrtgesellschaften alle Kontingente aufkaufen, um diese Tickets dann in den schiffeigenen Ausflügen mit ordentlichem Aufschlag weiterzugeben. Aber auch etliche negative Rezensionen hielten uns schlussendlich davon ab, uns für diese Zugfahrt zu entscheiden. Stattdessen buchten wir eine Fjordschifffahrt nach Gudvangen, wo wir das Wikingerdorf besuchten. Die zweistündige Tour im Premium Vessel war ein, wenn nicht DAS Highlight unserer Reise. Über visitflam.com kann man problemlos Tickets (Schiff, Bus und Eintritt Wikingerdorf) für den gesamten Ausflug buchen und eine Menge sparen. Leider hatten wir das große Pech, dass genau an unserem Besuchstag der Tunnel, der die Ortschaft mit unserem Ausgangspunkt Flåm verbindet, wegen Bauarbeiten zeitweise gesperrt war und sich die Rückreise per Bus äußerst mühsam und nervenaufreibend gestaltete. Die Dame des Touristenbüros vor Ort war wirklich sehr um eine Lösung bemüht, doch nach knapp drei Stunden Wartezeit, lagen auf allen Seiten die Nerven blank, da das Ablegen des Kreuzfahrtschiffs immer näher rückte. Auch wenn wir eine größere Gruppe Aida Gäste waren, die den Ausflug privat gebucht hatten, am Schiff, das wir telefonisch über die Situation informiert hatten, gab man uns zu verstehen, dass man nichts tun könne. Nur auf die über AIDA geführten Reisegruppen würde auch gewartet. Hier gilt es also vorab selbst zu entscheiden, ob man Ausflüge über AIDA buchen möchte, oder nicht. Am Ende schafften wir es, nach einer heftigen Auseinandersetzung mit dem Buschauffeur, der auch maßlos überfordert war mit den Massen wütender Reisegäste, zwar mit großer Verspätung, aber doch noch zeitgerecht retour zum Kreuzfahrtschiff.  

In Nordfjordeid machten wir besuchstechnisch eine kleine Verschnaufpause und begnügten uns mit einem Spaziergang durch das kleine Örtchen, in dem es nicht wirklich viel zu besichtigen gibt. Hier sollten Interessierte wohl einen Ausflug planen. 

Den für Stavanger vorgesehenen Hike auf den Preikestolen traten nur mein Mittlerer, 11, und ich an, während der Rest der Familie die Stadt unsicher machte. Im Nachhinein war ich froh, mir den richtigen Begleiter ausgesucht und die zwei Geschwister nicht mitgehabt zu haben. Abgesehen von dem wirklich schlechten Wetter (Dauerregen, oben dazu noch Wind) hätte ihnen der doch anspruchsvolle Weg mit seinen hohen Steintreppen ganz schön zu schaffen gemacht und ich hätte mir stundenlanges Gezeter anhören müssen. Wessen Kinder nicht wirklich gerne und regelmäßig Wandertouren unternehmen, denen würde ich raten sich diesen Ausflug lieber zweimal zu überlegen. Zumal man oben am Plateau die Kinder selbstverständlich nicht eine Sekunde unbeaufsichtigt lassen kann. Ich war wirklich erstaunt, dass ich am Weg tatsächlich einigen Kleinkindern begegnete. Noch erstaunter war ich nur über die Aufmachung mancher Wanderer. 

Im Erdölmuseum

Am letzten Seetag besuchten wir unter anderem wieder die Kunstauktion im Theatrium, bei der wir tatsächlich ein schönes Andenken an unsere Reise mit dem passenden Titel „Gemeinsam“ ersteigerten. 

Eigentlich hatten wir für den Abreisetag eine Tour durch Hamburg geplant, doch war uns nicht bewusst, dass der Transfer vom und zum Steinwerder Zentrum doch einige Zeit in Anspruch nahm. Nachdem wir keinen Stress mit Gepäck, dem Auschecken und der Fahrt zum Flughafen haben wollten und das Wetter ohnehin nicht einladend war, beschlossen wir unsere Reise am Schiff ausklingen zu lassen, nützten nach einem Mittagessen im East Restaurant noch einmal den nun fast menschenleeren Pool im Beach Club und kreierten zum Abschluss unser eigenes Magnum Eis. 

Mit dem von uns gebuchten Abreisepaket, bekamen wir einen Shuttle Bus zur Verfügung gestellt, der uns (leider) sehr früh am Flughafen Hamburg absetzte, wo wir 4 Stunden auf den Antritt unserer Heimreise warten mussten. Insgesamt war es ein schöner Urlaub mit einiger Aufregung, der bestimmt in Erinnerung bleiben wird.  

Zusammengefasst hier mein Fazit: 

Einige Versprechungen unserer Freunde und Bekannten, die bereits auf Kreuzfahrt waren, bewahrheiteten sich (zumindest für uns) so gar nicht. Aber vermutlich gehen die Ansichten da einfach weit auseinander und jeder empfindet anders.    

„Die Menschenmengen verteilen sich, vor allem bei Landgängen, schön auf dem Schiff“.  

Realität: es herrscht Gedränge. Zu Essenszeiten auf Anhieb einen Platz für 5 Personen zu bekommen ist utopisch. Außer man ist direkt bei der Öffnung bereits vor Ort, was sich aber mit Ausflügen und den persönlichen Ruhezeiten oft nicht ausgeht. Meist quetschten wir uns also zu fünft auf einen kleinen 4er Tisch. Eine Alternative bieten die aufpreispflichtigen (Semi-) A-là-carte Restaurants, für die man etliches im Voraus reservieren sollte, da auch diese stets gefüllt sind. 

Wer im Fitnessstudio Sport machen möchte, tut dies am besten zu einer unchristlichen Zeit wie 6.00 morgens. Um 17.00 sind gern mal alle, wirklich alle Geräte besetzt.  

An den Bars heißt es Geduld haben, um auf Kaffee und Cocktails zu warten, zumal ein Teil der Angestellten eher von der langsamen Sorte ist.  

Im Wasservergnügungsbereich für Kinder und Jugendliche herrscht regelrecht Erdrückungsgefahr. Kinder, darunter viele grobe Halbwüchsige, spielen ausgelassen und wild im Strudel. Bademeister oder eine andere Person, die für Ordnung sorgt, gibt es nicht.  

Für das Verlassen und wieder Betreten des Schiffs gilt es extra Zeit einzuplanen. Die Menschenschlange ist mitunter recht lange wegen der notwendigen Sicherheitskontrollen.  

„So eine Kreuzfahrt ist an Luxus nicht zu überbieten“.  

Nun, womöglich mag dies bei anderen Reedereien der Fall sein. AIDA ist, so haben wir festgestellt, auf Massentourismus ausgelegt und dementsprechend nur mäßig luxuriös. Für unser Geld hatten wir zumindest mehr erwartet, verglichen mit den Urlauben, die bereits hinter uns liegen. Alle Extras sind mit Mehrkosten verknüpft.  

„Das Angebot am Schiff ist gewaltig. Da ist immer und für jeden etwas dabei“.  

Realität: Für unsere Bedürfnisse nur eingeschränkt empfehlenswert. Das Spa ist ausnahmslos erst ab 16. Nur an einem einzigen Tag bestand auch für unsere 14-jährige Tochter, und natürlich nur gegen Bezahlung, die Möglichkeit den Wellnessbereich zu nützen. 

Ein Angebot für Schulkinder, die nicht in die Kinderbetreuung gehen und fremdbespaßt werden wollen, ist quasi nicht vorhanden. Es gibt keinen Indoorspielplatz, wie wir es von allen familienfreundlichen Hotels gewohnt sind. Auch kein Gaming Center mit PlayStation oder dergleichen. Bloß 2 Gratisfilme am Fernseher in der Kabine, mehr gegen Aufpreis. Der Kletterpark war sofort für die gesamte Woche ausgebucht.  

„Ein Getränkepaket zahlt sich bestimmt aus“.  

Getränkepakete können nur für alle Gäste einer Kabine gebucht werden. Da Frau Tochter darauf bestand jeden Tag zahlreiche Cocktails trinken zu wollen, entschlossen wir in besagtes Getränkepaket zu investieren und zahlten eben auch für die 2 Brüder, die eigentlich am liebsten Wasser trinken.  Dieses hatten wir übrigens durch unsere Premium Tarif Buchung ohnehin stets in den Kabinen. Da sich auch mein Mann und ich mit Wasser zufriedengeben und im Endeffekt nur sehr wenige alkoholfreie Cocktails genossen, rentierte sich das Getränkepaket auch für uns nicht. In allen Buffet Restaurants, sind ohnehin zu den Mahlzeiten (die es so gut wie rund um die Uhr gibt) Getränkeautomaten frei zugänglich. Summa summarum rechnen sich Getränkepakete für Leute, die mehrmals täglich einen Cocktail und/oder Kaffee genießen wollen. Wir selbst würden sie wohl nicht mehr buchen. Beim Thema alkoholische Getränke können wir nicht wirklich mitreden. Hier zahlen sich Getränkepakete aber vermutlich aus. 

Reiseempfehlung? 

Rückblickend war für mich die Kreuzfahrt mit dem AIDA Perla Schiff ein nettes Mittel zum Zweck, der da hieß mehrere Orte Norwegens kennen zu lernen. Es war wirklich schön und für den Preis okay, eher aber teuer – was am Premium Tarif bei der Buchung liegen mag (da wir zwei Kabinen nebeneinander benötigten). Wer Gesellschaft liebt und wen viele andere Leute auf relativ engem Raum und ein dementsprechender Lärmpegel nicht stören, bei wem das Taschengeld im Urlaub locker sitzt und wessen Kinder gern in Fremdbetreuung sind, der ist hier gut aufgehoben und wird auf seine Kosten kommen. 

Weil man hinterher immer schlauer ist – Tipps für die erste Kreuzfahrt  

Dem Wetter entsprechende Kleidung einpacken – das Um und Auf einer solchen Reise. Selbst wenn es in den Süden geht: auf See ist es windig und frisch. Funktionskleidung, Schirme, Stirnbänder, Kopfbedeckung und Schaltücher dürfen nicht fehlen! Weiterer Tipp: die wichtigsten Teile unbedingt ins Handgepäck! 

Jausenbeutel einpacken. Selbst wenn wir nur einen kurzen Landausflug machen, hat eins der Kinder immer Hunger. Zu diesem Zweck nehme ich mir gern das eine oder andere Stück Obst oder ein trockenes Weckerl vom Buffet mit. Damit Handtasche oder Rucksack sauber bleiben, empfiehlt sich ein Jausenbeutel.  

Schwimmzeug für die Kinder bei An- und Abreise ins Handgepäck. Hierfür Plastikbeutel für die nassen Sachen nicht vergessen. Die Koffer sind bei der Anreise oft erst spät zugänglich und die Zimmer nicht bezugsfertig. Im Badebereich lässt sich die Wartezeit relativ gut überbrücken. 

So vorhanden, Fernglas einpacken.  

Entertainment für ältere Kinder kostet. Sei es Airhockey oder Flipperautomaten. PlayStation, Nintendo etc. gibt es nicht – Konsolen also selbst einpacken und darauf achten, dass ausreichend Spiele vorhanden sind, die kein Internet benötigen.  

Wer gern abends einen Film ansieht, tut gut daran vorab eine Auswahl auf einem Device herunterzuladen.  

Den Spa Bereich für den Seetag, so gewünscht, rasch reservieren. Auch wenn sonst vormittags und abends wenig los ist, an Seetagen ist das Spa ausgebucht.  

Für Kunstinteressierte: bei den Kunstauktionen, die mehrmals stattfinden, kann man wirklich tolle Bilder und Skulpturen zu guten Preisen ersteigern. Die sogenannten „Blind Dates“ (Werke, die man vorab nicht sieht und somit eine Überraschung bekommt) waren für unseren Geschmack wirklich alle, ich nenne es mal „interessant“. Auch wenn der Preis dafür nicht allzu hoch geht, waren wir immer froh, nicht mitgeboten zu haben. 

Hätten wir mal gewusst…  

… dass wir unsere eigenen Lanyards mitbringen sollten. Zuhause haben wir bestimmt zehn Stück herumliegen. Jetzt kommen 4 Stück um stolze 25€ dazu. Ich selbst bewahrte meine Bordkarte stets in der Hülle meines Handys auf, da ich dies für Fotozwecke ohnehin stets mithatte.  

… dass der Kletterpark sofort am Anreisetag, am besten vor 14 Uhr, gebucht werden sollte.  

… dass am Abreisetag Reinigungsarbeiten durchgenommen werden. Da unser Rückflug erst am Abend war, hatten wir extra eine Tageskabine gebucht (Achtung: gilt nur bis 13 Uhr!), damit die Kinder noch im Four Elements Wasserpark spielen und anschließend duschen können. Die Enttäuschung war groß, als fast der gesamte Bereich gesperrt war, da im darüberliegenden Kletterpark geputzt wurde. 

Ausflüge über AIDA buchen oder nicht?  

Vor Beginn unserer Reise machten wir uns schlau, welche Unternehmungen an welchen Orten (auch für 3 Kinder) empfehlenswert und preislich überschaubar sind. Denn ein Helikopter Rundflug durch die Fjorde mag noch so toll sein, in unser Reisebudget passte er leider nicht.  

Auf dem Aida Bordportal im Internet legten wir die gewünschten Ausflüge in den Warenkorb und schluckten erstmal. Mit solch hohen Summen hatten wir nicht gerechnet. Also erstellten wir eine Prioritätenliste und klärten ab, was davon privat möglich war. Für die vielen Ausflüge in Fußreichweite (so z.B. das Aquarium in Bergen oder das Erdölmuseum in Stavanger) braucht man nicht wirklich einen Guide mit. Hier konnten wir also sparen. 

Für Flåm schien uns eine wesentlich preisgünstigere, private Buchung für eine Fjordschifffahrt und das Wikingerdorf mit anschließender Rückfahrt im Bus eine gute und sichere Wahl. Dass schnell mal etwas dazwischenkommen kann und nichts so läuft wie geplant, lernten wir schmerzhaft. (siehe oben) Nach dieser nervenaufreibenden Erfahrung beschloss ich, die Wanderung auf den Preikestolen über das Schiff zu buchen. Zwar hatte mein Bruder, der diesen Ausflug von seinem Norwegentrip bereits kannte, mir versichert, hier würde alles reibungslos klappen (Fähre, Busse vor Ort, …) und nur einen Bruchteil kosten, doch gebranntes Kind scheut das Feuer. Diesmal wollte ich 100%ige Sicherheit.  

Genau darum geht es auch bei den Buchungen über AIDA: egal, was vor Ort Unvorhergesehenes eintreten mag, auf die AIDA Reisegruppen wird gewartet. Und diese Sicherheit kostet nun mal. Natürlich bedeutet es im Gegenzug aber auch, dass man auf diese Reisegruppe angewiesen ist und nicht eben mal kurz etwas anderes machen kann, weil eines der Kinder keine Lust mehr hat. Im Endeffekt muss jeder selbst abwägen, was einem wichtig ist.  

Abschließend sei noch kurz gesagt, dass es natürlich ein Anliegen der AIDA Reisegesellschaft ist, den Kunden die Ausflüge schmackhaft zu machen und zu verkaufen. Nicht nur mir, sondern auch manch anderen Gästen, schien, dass hierfür bei Wetterauskünften nicht unbedingt alles ehrlich zuging. Lieber also selbst die Vorhersagen checken, damit nicht aus „es sieht gar nicht so schlecht aus, vielleicht später mal ein kurzer Schauer“ in Wahrheit dann eine 4-stündige Wanderung im Dauerregen und starkem Wind wird. Aber auch hier gilt: man muss selbst überlegen, ob man mit der Buchung zuwartet und riskiert keinen Platz mehr zu bekommen oder schon früh bucht und sich mit widrigen Bedingungen abfindet.

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