Deines, meines, unseres: Über Geldangelegenheiten

Über Geld spricht man nicht, oder zumindest nicht gern, so stelle ich immer wieder fest. Wenn das Gespräch dann doch mal auf die Finanzen kommt, bin ich oft überrascht, wie unterschiedlich Paare an das Thema herangehen.

Für meinen Mann und mich stand relativ schnell nach unserem Einzug in eine gemeinsame Wohnung fest: ein Haushalt, eine Kasse. Dabei führte ich gründlich Buch darüber, was wir (zwei Studenten) monatlich an Ausgaben hatten, einfach um den Überblick zu bewahren. Als Student ist man, wie man weiß, immer eher knapp bei Kasse, besonders, wenn man sich, wie wir damals auch, tatsächlich alles selbst finanziert. Wer von uns genau wofür aufkam, darüber wurde eigentlich nie großartig diskutiert. Jeder gab soviel er konnte, wobei ich von Anfang an diejenige war, die die Haushaltskasse und sämtliche Ein- und Ausgänge überwachte.

Noch heute nehme ich die Rolle des CFO, wie mein Mann es gern betitelt, ein und habe den Überblick über unsere Finanzen. Aus Kostengründen beschlossen wir vor einigen Jahren sogar mein Gehaltskonto aufzukündigen und fortan nur mehr ein gemeinsames Konto zu führen. Was für uns eine Selbstverständlichkeit ist, ist für andere Paare ein No-Go. Da gibt es auch nach vielen Jahren gemeinsamer Beziehung noch „dein Geld und mein Geld“ – „der Unabhängigkeit halber“, so erklärt man mir dann. Interessanterweise habe ich mich trotz der Tatsache, dass es bei uns eine klassische Rollenverteilung gibt, noch nie „abhängig“ von meinem Mann gefühlt. Wir betrachten uns viel mehr als Team, in dem jeder sein Schäufelchen beiträgt. Darüberhinaus habe ich mir meine Unabhängigkeit als Frau ja bereits ohnehin durch eine abgeschlossene universitäre Ausbildung gesichert. Die Entscheidung, dass ich mich mehr den Kindern widme und dafür weniger verdiene, ist eine von mir ausdrücklich gewünschte, die ich als Privileg und niemals als Einengung betrachte.

Generell bin ich jemand, der nicht viel für sich selbst beansprucht und teure Anschaffung stets gründlich überlegt und oft genug wieder verwirft. Nicht nur aus diesem Grund genieße ich auch das vollste Vertrauen meines Partners in sämtlichen Geldbelangen. Genauso wie ich ihm dahingehend vertraue und wir anstehende Ausgaben oder persönliche Wünsche stets besprechen. So haben wir es im Laufe der Jahre geschafft, uns ein Eigenheim zu errichten und mit 37 bzw. 39 Jahren und bald vier Kindern schuldenfrei leben zu können. Es ist ein gemeinsamer Verdienst, zu dem jeder seinen Teil, in welcher Form auch immer, beigetragen hat. Wie genau meine Sparmaßnahmen im Familienhaushalt aussehen und von welchen Optimierungsmöglichkeiten ich regelmäßig Gebrauch mache, erfahrt ihr hier.

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