Die Sache mit dem Familienbett

Beim Thema Familienbett scheiden sich nach wie vor oft die Geister. Es scheint jedoch, dass sich immer mehr Familien für diese Variante entschließen und man heutzutage mitunter Kritik einstecken muss, wenn Kinder im Ehebett nicht erwünscht sind.

Mit der Geburt unseres vierten Kindes zog nun nach vielen Jahren Baby- und Kleinkindpause wieder ein kleiner, schutzbedürftiger Mensch in unser Haus, dem von allen Seiten viel Liebe entgegengebracht wird. Plötzlich steht auch das Thema Schlaf für uns Eltern abermals im Vordergrund. Bei unseren älteren drei Kindern (geb. 2005, 2008 & 2011) war das Nein zum Familienbett damals die für uns (!) beste Lösung, auch wenn es, gerade beim Mittleren, der ein extrem schlechter, unruhiger Schläfer war, viel Aufwand kostete. Ich stand dennoch lieber zehn Mal pro Nacht auf und saß Händchen haltend neben seinem Bett, im Wissen ich könnte dann zumindest eine Stunde Schlaf bekommen.

Mamas Bett – Babybay – eigenes Bettchen – eigenes Zimmer

Denn: So sehr ich meine Kinder liebe, so heilig ist mir mein Schlaf. Ich für meinen Teil kann nämlich nur hundertprozentig für meine Kinder da sein, wenn ich die Erholung, die mein Körper zur Regeneration benötigt, auch tatsächlich bekomme. Ergo war für mich das bei vielen beliebte Familienbett nie ein Thema, denn die Kinder waren von Anfang an an ihr eigenes Bett gewöhnt. Natürlich gab es Ausnahmesituationen, z.B. in Krankheitsfällen oder wenn mein Mann auf Dienstreise war und seine Hälfte des Betts frei war (wobei ich selbst in diesem Fall nicht immer jemanden bei mir habe schlafen lassen).

Mit Baby oder Kleinkind in meinem Bett war dies stets schier unmöglich. Unser 4. Kind sollte deshalb genauso wie seine Geschwister in seinem eigenen Bettchen (die ersten 2 Jahre direkt neben dem elterlichen Bett, anschließend im eigenen Zimmer bzw. mit einem Geschwisterchen) schlafen. So der Plan. Wie ich allerdings in 15 Jahren als Mama gelernt habe, lassen sich viele Dinge schlichtweg nicht planen mit Kindern, sondern erfordern, dass wir unsere Einstellungen und Vorsätze überdenken und gegebenenfalls anpassen.

Wie sieht es also im Moment aus bei uns? Die ersten Nächte zuhause mit unserer Nummer 4 waren bestimmt von einem großen Nähebedürfnis und folglich intensivem Kuscheln in Mamas Bett. Nur auf meiner Brust liegend fand der Zwerg zur Ruhe. Doch das ist so kurze Zeit, nachdem er sich noch in meinem Bauch befand, auch vollkommen verständlich. Im Laufe der kommenden Wochen wird sich zeigen, ob und wie unser Sohn mit dem Schlafen im angrenzenden Beistellbett zurecht kommt. Auch die großen drei Geschwister wurden sanft und behutsam an das eigene Bettchen gewöhnt. So gelang es mir bisher immer mein eigenes Schlafbedürfnis mit dem des Kindes – natürlich mit Rücksicht auf dessen Bedürfnisse nach Nähe und Zärtlichkeit – zu vereinbaren.

4 Geschwister kuscheln in Mamas und Papas Bett

Wenn ich ehrlich bin, genieße ich es, einen Ort zu haben, der wirklich ausschließlich meinem Mann und mir vorbehalten ist, wenn die Zeit zu zweit im Alltagstrubel sonst schon recht beschränkt ist. Zwar ist es wunderschön, wenn sich alle Rabauken zu uns ins Bett schmeißen und wir eine Runde kuscheln oder herumalbern; für eine ungetrübte Nachtruhe jedoch darf nur mein Mann neben mir liegen. Und das ist in Ordnung so. Genauso wie es in Ordnung ist, wenn sich Paare FÜR das Familienbett entschließen, weil es für sie einfach passt. Wichtig ist meiner Meinung nach nur, dass diese Entscheidung gemeinsam getroffen wird und die Bedürfnisse des Partners berücksichtigt werden. Mehr dazu hier.

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