Geschwisterchen? NEIN, DANKE!

Babynews sind etwas Wunderbares. Sollte man meinen. Zumindest, wenn man einen Blick in die Social Media Kanäle von bekannten Bloggern wirft, die stolz Familienzuwachs verkünden, zeigt sich einem eigentlich immer das gleiche Bild: eine begeisterte Schar von Angehörigen, groß und klein, die komplett aus dem Häuschen sind und dem Ereignis freudig entgegenblicken. Dass aber bei so einer Nachricht nicht immer alle jubeln, sondern auch ganz andere, gegenteilige Emotionen im Spiel sein können, davon berichten die wenigsten.

Während negative Reaktionen bezüglich einer Schwangerschaft von gewissen Mitmenschen schlicht unangebracht, da womöglich verletzend, sind – Eltern oder Freunde täten oft gut daran, ihr Missfallen für sich zu behalten – gibt es doch eine Gruppe, bei der jede Art von Gefühlsäußerung möglich sein kann und auch DARF. Ich spreche von Geschwistern.

Klar, so ein Zweijähriger wird sich natürlich erstmal riesig mitfreuen, wenn ihm Mama und Papa überschwänglich erzählen, dass er ein Geschwisterchen bekomme und erklären wie toll das sein werde. Ein Kleinkind verlässt sich schließlich darauf, dass Mama und Papa schon wissen, was sie tun und dass das stets das Beste für einen sein wird. Freuen sie sich also, freuen sich die Kleinen mit. Bei älteren Kindern aber sieht die Sache häufig schon ganz anders aus.

Interessanterweise sind es oft die Mittelkinder, die die neue Situation am gelassensten nehmen. Irgendwie auch logisch. Sie waren schließlich nie allein im Mittelpunkt des Geschehens und haben überdies bereits die Erfahrung der Geburt eines jüngeren Bruders oder einer Schwester gemacht. Für Erstgeborene und Nesthäkchen verhält es sich anders. Wenn der jüngste der Familie alt genug ist, um zu realisieren, dass ihm seine Rolle nun durch ein Baby streitig gemacht wird, das gewiss erstmal die Aufmerksamkeit der Eltern intensiv beanspruchen wird, kann man ihm Unmut und Missfallen eigentlich nicht verdenken. Auch Erstgeborenen – meist sehr besonnene und vernünftige Kinder mit großem Verantwortungsbewusstsein – widerstrebt häufig der Gedanke sich mit einem weiteren Geschwisterchen abgeben zu müssen. In ihren Köpfen laufen dann Szenarien ab, die ihnen Kopfzerbrechen und Sorgen bereiten. Auch hier darf man negative Reaktionen, die in der Pubertät wirklich sehr heftig ausfallen können, nicht übel nehmen.

Manche Kinder stehen Veränderungen generell stets skeptisch gegenüber und tun sich schwer, sich auf Neues einzulassen. Und Babynews bedeuten nun mal eine große Umstellung für alle Mitglieder einer Familie. Wichtig ist, so hat sich uns gezeigt, dass man eventuelle Ängste und Skepsis ernst nimmt und darüber spricht. Oft genügt es schon, den älteren Geschwistern zu versichern, dass sich an der Liebe für sie nichts ändern wird. Denn wie heißt es so schön: Die Liebe einer Mutter teilt sich nicht, sie vervielfältigt sich.

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