So gelingt der Schulstart – Welche Rolle wir als Eltern spielen, wenn der “Ernst des Lebens” beginnt

Wenn für das eigene Kind der erste Schultag ins Haus steht, ist die Aufregung bei jedem in der Familie spürbar. Vorfreude und Neugier, aber auch Nervosität und Ängste lassen nicht nur das Kind, sondern auch die Eltern dem Ereignis entgegenfiebern. Besonders beim ersten Kind ist die Anspannung groß – weiß man doch, dass nun eine größere Umstellung bevorsteht. Ob und wie das Abenteuer ins Ungewisse klappen kann, hängt, so zeigt meine Erfahrung, stark davon ab, wie wir als Eltern mit der Situation umgehen.

Ich erinnere mich noch gut, als ich einmal in einem Kindergarten die Headline eines Elternabends las: „Hilfe, mein Kind kommt in die Schule!“. Das gab mir wirklich zu denken. Als Lehrerin ist mir bewusst, dass der Schulstart ein einschneidendes Erlebnis ist. Doch dafür einen Hilferuf abzusetzen und die Nervosität mancher Eltern durch diese dramatische Wortwahl noch zu verstärken, hielt ich für mehr als unangebracht.

Wenn sich mir nämlich eines gezeigt hat, sowohl bei meinen eigenen drei großen, als auch bei “meinen” Kindergarten- und Schulkindern, dann, dass die Einstellung der Eltern und der Umgang mit dem Thema ganz wesentlich dazu beitragen, ob der Nachwuchs zurecht kommt oder nicht. Manche Erwachsenen neigen dazu, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Wieder andere übertragen die eigenen negativen Erfahrungen der Schulzeit auf die eigenen Kinder. Dazu kommen diejenigen, die meinen, alles besser zu wissen und dem Lehrer/der Lehrerin kein Vertrauen entgegenbringen. Ein Kind spürt all diese negativen Stimmungen und übernimmt sie auch.

Daher sollte für einen gelungenen Schulstart das elterliche Bestreben vor allem darin bestehen, dem Kind zu vermitteln, dass dieser neue Lebensabschnitt ein tolles, aufregendes Abenteuer sein wird, in dem viele spannende Dinge gelernt und neue Freundschaften geschlossen werden. Wie bei so vielen anderen Erziehungsbelangen gilt es also die eigenen Zweifel, Sorgen und Ängste, die wohl da sein mögen und mitunter ihre Berechtigung haben, aus dem Spiel zu lassen und stattdessen ein Gefühl der Sicherheit zu geben, Vertrauen zu fördern. Das ist die wahre Herausforderung des Elternseins. Und eine Aufgabe, an der man mit jeder Situation und jedem Kind weiter wächst.

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