Urlaub mit Hindernissen: Wenn im Ausland ein medizinischer Notfall eintritt

Das Leben mit Kindern birgt vielerlei Überraschungen. Nur allzu oft kommt es zu unvorhergesehenen Ereignissen, die einen sämtliche Urlaubspläne über Bord werfen lassen. Mit 3 Kindern haben wir daher rasch eines gelernt: keine Buchung ohne Storno- und Reiseschutzversicherung. Das soll jetzt kein Aufruf sein, denn im Endeffekt muss jeder für sich selbst entscheiden, ob sich diese zusätzliche Zahlung lohnt. Mein Mann und ich sind aber nun mal eher die „Sicher-ist-sicher“-Typen.

Wie auch immer, nicht nur VOR so einem Urlaub kann ein überraschender Krankheitsfall eintreten. Wir hatten auch schon so manch Zwischenfall WÄHREND eines Aufenthalts. Hier sei gesagt, ein massiver Magen-Darm-Virus kann die Stimmung wirklich ganz schön trüben, aber es geht noch schlimmer.

Ich möchte kurz von unserem Aufenthalt in einem Luxus Resort in Kroatien berichten, bei dem ich vieles gelernt habe und meine Erfahrungen teilen möchte. Vor allem auch, um bewusst zu machen, dass wir das Gesundheitswesen und die Infrastruktur unseres Heimatlandes vermutlich besser schätzen sollten, anstatt ständig bloß darüber zu jammern. Ereignet sich hier nämlich ein Notfall, wählt man eine Nummer und kann sich sicher sein innerhalb weniger Minuten medizinisch versorgt zu werden. Nicht ganz so in Kroatien. Die Fahrt zu einem Erstversorgungszentrum mit einer tiefen Platzwunde am Kopf entpuppte sich als wahre Odyssee mit Endstation (Zitat meines Mannes) „Arztzentrum nach einer Zombieapokalypse“. Mit dem vom Ersthelfer notdürftig versorgten Loch in meinem Kopf (der junge Kerl war des Englischen nur mäßig mächtig und schien mir selbst etwas überfordert mit der ganzen Situation) durfte ich, nach 20 Minuten des Umherirrens im Hotelkomplex, in einem Taxi, das ich mir schließlich mit einem anderen Touristen teilte, 25 Minuten zum nächsten First Aid Center fahren (Danke nochmal an den mir fremden Herren, der so nett war uns mitfahren zu lassen!) Mein Mann bestand darauf mich zu begleiten, was auch irgendwie verständlich ist, da wir ja nicht genau wussten, wie schlimm die Verletzung tatsächlich war und was mit mir geschehen würde. Ich als Mutter jedoch war mit meinen Gedanken ausschließlich bei den Kindern (13, 10 und 7, plus 15-jährige Cousine), denen wir die Anordnung gegeben hatten, im Hotelzimmer zu warten und die natürlich auch extrem besorgt waren, nachdem sie eine blutüberströmte Mama gesehen hatten. Die gesamte Situation war ein Horror. Jedoch muss ich sagen, dass ich ja regelrecht froh war, dass MIR das passiert war. Denn ich schwöre, wäre es eins meiner Kinder gewesen, ich wäre dort an Ort und Stelle DURCHGEDREHT.

Rückblickend hat sich mir gezeigt, dass es (für uns! – Nicht jeder ist so ein „Sicher-ist-sicher“-Typ) wichtig ist, sich vorab schlau zu machen, wie die medizinische Versorgung vor Ort aussieht. Nur weil es in unserem Heimatland einen Notruf gibt, heißt das nicht, dass man sich darauf auch im Ausland verlassen kann (Im Übrigen wurde uns gesagt, es gäbe schon eine Rettung, aber die käme nur, wenn jemand bereits bewusstlos wäre).

Und ein zweiter, äußerst wichtiger Punkt: Vorsicht bei Röhrenwasserrutschen. Wie oft haben wir als Eltern die Kinder, als sie noch klein waren und wir gemeinsam gerutscht sind, gegen Ende hochgehoben, um Wasserspritzer (oder eher Gehirnspülungen) zu vermeiden. Man muss dabei extrem Acht geben, nicht den Kopf zu stoßen, denn, wie ich schmerzhaft erfahren durfte, ist nicht jede Rutsche fachmännisch gefertigt*.

Abschließend sei gesagt, so nervenaufreibend die ganze Geschichte auch war, ein wahnsinnig schönes Happy End gab es dennoch. Mehr dazu hier (LINK).

(*Anmerkung: Die Gefahrenquelle wurde laut Hotel nach dem Vorfall beseitigt).

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