Vom Teenie zum Smombie

Es ist kurz nach 7 Uhr. Ich bin am Weg in die Arbeit, vorbei an vielen Bushaltestellen und Schulen und überall bietet sich mir das gleiche Bild: Kinder mit gesenkten Köpfen, manche mit Ohrstöpseln, vertieft in die Anzeige ihres Handybildschirms. Nebeneinander stehen sie da, schweigen sich an, körperlich so nah und geistig doch so fern. Würde vor ihnen ein Alien landen, sie bekämen es wohl erst über Snapchat oder Insta mit.  

Wer gerade nicht selbst in der virtuellen Welt unterwegs ist, unterhält sich zumindest darüber, was in ebendieser gerade so abgeht. Wer wessen Bild nicht geliked, ungefragt geshared oder böse kommentiert hat. In den Autos neben mir oft das gleiche Bild: Wer nicht am Steuer sitzt, kommuniziert gebeugten Hauptes mit seinem Smartphone. Na dann, einen schönen guten Morgen allerseits. 

Auch für meine Kinder hat ihr Smartphone (der Jüngste, 8, muss sich noch mit einem Tastenhandy rein für Notfälle begnügen) etwas Magisches. Einmal in den Bann gezogen, fällt es ihnen oft schwer den Entertainment-Alleskönner wieder beiseite zu legen. Deshalb lautet einer meiner (zugegeben etlichen) Mamas-alte-Leier-Sprüche „Handy weg. Sofort.“ Im Großteil der Fälle gefolgt von der Standardantwort „Gleich! Ich will nur noch….“  

Eine der wohl größten Herausforderungen der heutigen Erziehung stellt der Umgang mit neuen Medien dar. Ich selbst habe als Mutter noch keine wirklich befriedigende Lösung gefunden was Zeitbeschränkung, App Kontrolle und Handy Überwachung generell anbelangt. Wie so oft spielen viele Faktoren eine Rolle, sodass es schlichtweg keine allgemeine Richtlinie geben kann, die für jedes Kind gleichermaßen gilt. Was ich jedoch mit Sicherheit sagen kann, ist, dass unsere Vorbildwirkung als Eltern und der eigene Umgang mit Handy, Tablet und Co. wesentlich dazu beitragen, ob auch aus unseren Kindern Smombies werden. Vermutlich würde dem einen oder anderen so gesehen etwas Digital-Detox recht gut tun. 

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